Das Schöne und Nachhaltige an der Collagen-Kunst

Als Designerin mit über 20 Jahren Erfahrung  hat es mich schon immer gereizt, neue Wege zu finden, mich kreativ auszudrücken und mich visuell weiterzuentwickeln.

In den letzten Jahren habe ich mich auf zeitgenössische, abstrakte Collagen-Kunst konzentriert. Die Materialien dafür kommen direkt aus meinem Studio. Mittlerweile bekomme ich tatsächlich auch von anderen ausrangierte Papiermusterboxen und -reste zugeschickt.

Meine liebsten Materialien sind  Karton, gerasterte Papiere und Teile, die schon von mir bemalt, besprayt oder bedruckt sind. Je höher der Materialkontrast, desto spannender!

Abgenutzte Papierreste, denen man ansieht, dass sie schon ein Leben davor hatten, liebe ich sehr. Jedes kleine Schnipselchen bringt seine eigene Geschichte mit, die später in das Kunstwerk mit einfließt.

Meine Arbeiten zeichnen sich durch eine minimalistische Ästhetik, einen hohen Materialkontrast und leuchtende Farben aus. Als Designerin habe ich mich schon immer zu klaren Linien und einfachen Kompositionen hingezogen gefühlt. Diese Ästhetik erforsche ich künstlerisch weiter und beziehe dafür gefundene und recycelte Materialien mit ein.

Ehrlich gesagt, beruhige ich mein schlechtes Gewissen von zu viel Onlinekonsum, in dem ich meine Versandkartons wieder verwende und aus ihnen farbenfrohe Kunstwerke schaffe.  Die Wiederverwendung von Materialien, die sonst weggeschmissen würden, reduziert nicht nur meine Abfallmenge, sondern gibt meinen Kund:innen die Chance nachhaltige Kunst, inklusive einer vielschichtigen Geschichte dahinter, zu kaufen.

In meinen Jahren als Designer bin ich mir der Umweltauswirkungen der Branche und der Bedeutung nachhaltiger Praktiken zunehmend bewusst geworden. Gefundene Papierschnipsel und vorhandene Kartons und Pappen verleihen meinen Werken eine Tiefe und Struktur, die mit ich mit gekauften Materialien nicht erreicht hätte. Jedes einzelne Stück Papier oder Karton bringt seinen eigenen Charakter mit, den ich ästhetisch auswähle und einsetze.

Ich finde, dass wir als Künstler:innen die Verantwortung haben, das Beste aus den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zu machen und Wege zu finden, sie auf umweltverträgliche Weise zu nutzen. Es mag nur ein kleiner Schritt sein, aber ein wesentlicher auf dem Weg in eine grünere Zukunft. Und da wollen wir doch alle hin, oder?